Auf einen Blick
Die offiziellen Regeln beim Poetry Slam:
- Selbstgeschriebene Texte
- Keine Verkleidung oder Requisiten
- Ein Zeitlimit von 5 bis 7 Minuten
Die inoffiziellen Regeln:
Wachse durch die Bühne zu der Person, die Du sein möchtest, finde Deine Stimme, lerne Gleichgesinnte kennen, sei lieb zu Deiner Szene, respektiere das Publikum und habe, was Du möchtest: ein paar schöne Momente oder die Zeit Deines Lebens.
Du entscheidest.
The points are not the point, the point is poetry.
Du möchtest gerne mitmachen und selbst auf der Bühne stehen? Dann schau doch mal hier vorbei.
Geschichte
Poetry Slam ist ein moderner Dichter- und Poetenwettstreit, der sich in Deutschland seit Anfang der 90er-Jahre rasant ausbreitet und sich stetig zunehmender Popularität erfreut.
Erfunden in Chicago als Gegenformat zu sogenannten „Wasserglas-Lesungen“, sollte der Bühnenwettkampf der Autorinnen und Autoren und ihrer Texte dem literarischen Vortrag zu neuer Lebendigkeit verhelfen. Das Konzept hat sich seitdem nicht verändert und ist schnell erklärt: Alle, die einen selbstgeschriebenen Text vortragen möchte, sind willkommen. Dabei dürfen keine Requisiten verwendet werden, es gibt ein Zeitlimit von 5-7 Minuten. Am Ende entscheiden das Publikum über Applauslautstärke oder mittels willkürlich ausgewählter Punkte-Jury, welche Slam-Poetin beziehungsweise welcher Slam-Poet den Sieg des Abends davonträgt.
Inzwischen ist aus der experimentellen Subkultur längst eine weltweite Bewegung geworden, die in Deutschland eines ihrer Zentren hat. Hier hat Poetry Slam den Sprung aus kleinen Clubs und Szenetreffs in riesige Hallen und renommierte Theaterhäuser geschafft. Die jährlich ausgetragenen deutschsprachigen Meisterschaften und Sonderformate sorgen regelmäßig für Zuschauerströme von bis zu 20.000 Menschen. ARTE und das Goethe-Institut zählen zu den prominenten Förderern. Erfolgreiche Slam Poetinnen und Slam Poeten veröffentlichen ihre Texte bei großen Publikums-Verlagen und gewinnen bedeutende Kabarett- und Lyrikpreise. Dabei ist der Kontakt zur Basis nie verloren gegangen. Noch immer wachsen in der gesamten Republik kleine Veranstaltungen heran, die Anfängern eine Bühne bieten, auf der sie sich vor Publikum ausprobieren können. Der stetige Nachwuchs ist dabei kein Zufall: Seit Jahren wird Poetry Slam gezielt in Form von Workshops als pädagogisch-didaktische Maßnahme an Schulen eingesetzt. Durch die Kombination aus Schreib- und Vortragserfahrung kommen Jugendliche auf unterschiedlichste Weisen in Kontakt mit sich selbst und gewinnen Vertrauen in die eigenen Ideen und Fähigkeiten.
Auch diesem Erfolg ist es zu verdanken, dass sich die deutschsprachige Slam-Szene zu einer der vielseitigsten überhaupt entwickelt hat.
Was letztlich am Abend selbst passiert, ist nicht vorhersehbar, aber alles ist möglich. Es kann gelacht und geweint werden, geschrien und geflüstert, gejubelt und geklatscht. Für das Publikum ist Poetry-Slam ein Wechselbad der Gefühle. Es ist die einzigartige Dynamik, die aus dem gesprochenen Wort erwächst und dieses Veranstaltungsformat zur erfolgreichsten und faszinierendsten literarischen Bewegung unserer Gegenwart macht.
Poetry Slam in Thüringen
Einige regelmäßige Veranstaltungen verteilen sich über das gesamte Bundesland. Poetry Slam wird in Thüringen zunehmend gefördert und als Aushängeschild einer lebendigen subkulturellen Szene wertgeschätzt.
Sowohl in den Städten, als auch in ländlichen Regionen erfreut sich das Format einer wachsenden Beliebtheit. Die Szene ist dabei komplett dezentral organisiert und lebt von der intensiven Kooperation der vielen Veranstalterinnen und Veranstalter, sowie der Künstlerinnen und Künstler, die einmal im Jahr zu den großen Landesmeisterschaften zusammenkommen und ihren Champion küren.
Von den Poetry Slam-Veranstaltungen des Landes werden jährlich diejenigen bestimmt, die einen Starter zu den Landesmeisterschaften schicken dürfen. Die Landesmeisterin oder der Landesmeister wird nach den gängigen Regeln des Poetry Slam ermittelt.
Auch ein eigener U20-Wettbewerb mit den besten Nachwuchsdichterinnen und Nachwuchsdichter des Landes bringt am Ende einen eigenen Champion hervor, die oder der den Freistaat Thüringen bei den deutschsprachigen U20-Meisterschaften vertritt.
Mittlerweile finden in nahezu allen 16 Bundesländern eigene Meisterschaften statt, was zu einer erheblichen Aufwertung des Titels geführt hat. Dieser schmückt für lange Zeit die Vita der Siegerin oder des Siegers und verleiht ihr oder ihm neben Prestige und Aufmerksamkeit einen Startplatz bei den deutschsprachigen Meisterschaften als Vertretung des jeweiligen Bundeslandes.
